Unsere Vereinsphilosophie
Unsere Vereinsphilosophie
Entstehung
Das Projekt Beatweenjazz wurde im Jahr 2003 ins Leben gerufen. Vor allem durch die Organisation von öffentlichen Jamsessions, die jeden Sonntag (ab 2011 jeden zweiten Sonntag) im Sunny Red stattfinden, haben die Gründer dazu beigetragen, dass der Name Beatweenjazz nicht nur unter Hobbymusikern für ungezwungene musikalische Improvisation und vielfältige Unterhaltung steht.
Mit dieser offenen Bühne für Musiker aller Stilrichtungen und Interessen ist nur ein kleiner Teil des Konzepts Beatweenjazz benannt. 2007 wurde der gemeinnützige Verein Beatweenjazz e.V. gegründet. Mit der offiziellen Gründung und Neuorientierung bekam die zuvor eher anarchisch und zufällig zusammen gewürfelte Beatweenjazz-Gemeinde ein klareres Profil. So wurden auch neue Ideen und Projekte ins Leben gerufen.
Grundgedanken
Ausschlaggebend ist für uns zunächst ein doppelter „Raumgedanke“. Erstens ist der physische Ort gemeint, an dem die Beatweenjazz-Events stattfinden; besonders das Sunny Red im Feierwerk, als Raum in dem Kultur erlebt, praktiziert und erfahren werden kann. Dieser erste Raum ist dabei an einen zweiten geknüpft, nämlich den des musikalischen, ideellen Raums. Dieser Ideenraum ist offen für vielfältige Aktivitäten, musikalische Stilrichtungen oder Weltanschauungen und kann sich in kleine weitere Ideenräume aufteilen.
Ein weiterer Grundgedanke gilt der Integration. Auf unserer Bühne erscheinen Musiker der verschiedensten Nationalitäten. Von Rasta-Sängern mit überwiegend afrikanischen Nationalitäten über Asiaten, Italienern und einen Dudelsack spielenden Schotten hatten wir schon alles dabei. Sogar "richtige" Münchner sind bei uns aktiv! 
Das Bild ist bunt, anregend, manchmal aufregend aber immer getragen von dem Grundgedanken des Harmonischen und nicht des Distanzierenden.
Beispiele
Spielen wir die Sache gedanklich konkret an einer sonntäglichen Jamsession durch. Zunächst gilt das Prinzip der Offenheit. Jeder der Lust hat und sicht traut kann sich auf die Bühne stellen und mit Musikern aller Stilrichtungen und technischer Qualität zusammenfinden und sein eigenes Können einbringen. Damit ist erst der erste Schritt getan. Es wäre naiv zu glauben, das Prinzip der radikalen Offenheit ließe sich problemlos, reibungsfrei und immer zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten umsetzen. Es passen nun mal nicht alle musikalischen Richtungen so zusammen, dass sich daraus ein harmonisches Ganzes ergeben könnte. Ein Reggae-Musiker wird sicher Probleme haben, sich mit dem Bühnengeschehen zu identifizieren, wenn nur Jazz-Musiker auf der Bühne stehen. Jeder einzelne Musiker ist deshalb aufgefordert, sich auf das Geschehen so einzulassen, dass ein Sound entsteht, von dem alle profitieren können. Die Musiker sollten vorgefertigte Meinungen zurückstellen, um sich dann auf musikalische Intuitionen anderer einzulassen, woraus sich ein neue, unerwartete Stilistiken bilden können.
Wenn ein Musiker nun zwar ein neues Podium gefunden hat, auf dem er musikalische Erfahrungen machen kann, heißt das nicht, dass damit schon all seine Vorstellungen von musikalischem Zusammenspielen erfüllt sind. Es ist ebenso ein Charakteristikum der Jamsessions, dass sich hier Vertreter bestimmter Stilrichtungen finden, um sich zu einer eigenen Sektion zu formieren. So haben sich beispielsweise gerade mit diesem offenen Anlaufpunkt der Beatweenjazz-Session zahlreiche neue Bands in München gebildet, denen wir Auftritte ermöglichen.
Eure Ideen sind gefragt
Klar ist, dass bei allen Projekten das gleiche gilt, wie bei den Jamsessions auch. Nicht immer können reibungsfrei und ideal die Interessen aller bedient werden. Doch hier seid nicht zuletzt Ihr gefordert, die Besucher und Vereinsmitglieder von Beatweenjazz. Denn letztlich steht es in der Verantwortung jedes einzelnen, sich die eigene Offenheit, Flexibilität und Produktivität so zu wahren, dass der größtmögliche gemeinsame Nenner auf einer Veranstaltung ermöglicht wird. Die Bandbreite Eurer Vorschläge dafür, wie Jugendkultur in München aussehen kann und will, ist dabei keineswegs auf Musik beschränkt. An diesem Punkt wird auch deutlich, dass sich Beatweenjazz nicht nur als ein Verein versteht, der lediglich Musik um der Musik Willen fördert, sondern dass sich damit eine Reihe von Themen, wie kulturelle Identität oder Integration anschließen. Der Vereinsvorstand versucht mit offenen Ohren auf Eure Ideen einzugehen, ohne pädagogische Dogmen im Hinterkopf.
Unsere Regeln
Selbstverständlich gelten bei aller Offenheit verbindliche Reglements für Besucher und Vereinsmitglieder. Beatweenjazz bietet keinen Platz für Anhänger extremer Ideologien, egal welcher Couleur. Denn wie es nun mal für extremistische Anschauungen charakteristisch ist, definieren sich diese gerade durch Abgrenzung und Abwertung anderer, sind in ihrem Identitätsbegriff statisch und damit kontraproduktiv für eine lebendige, bewegliche Kultur - in München und überall.
Ausblick
Nach dem Wechsel der Vereinsvorstände und der Gesamtleitung ist neue Bewegung in den Verein gekommen. Wir leben, wie jeder Verein, im besonderen von den ideellen Beiträgen jedes Einzelnen, der sich im Sunny Red einfindet. Wir freuen uns über jeden konstruktiven Vorschlag, jede Idee und jeden, der sich auf irgendeine Weise einbringen möchte. Zur Zeit (Stand Dezember 2010) beginnen wir kostenlos Workshops abzuhalten, die Fotos werden erneuert, wir sind auf der Suche nach Bands, die bei uns auftreten möchten, Fan-Websites (Verlinkung erfolgt in Kürze) werden gestaltet, ... und wir erwarten noch viele weitere gute Ideen die bei uns umgesetzt werden.
Kontakt
Wir freuen uns über Infos, Vorschläge, Ideen, Kritik an info@beatweenjazz.de.
Letzte Änderung von Joerg am 08.12.2010
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